Institute of Legal Medicine, Innsbruck Medial University

GMI Tirol Logo

Institute of Legal Medicine, Innsbruck Medical University
Director Richard Scheithauer, PhD
Muellerstraße 44
6020 Innsbruck, Austria
Phone +43 512 9003 70600
Fax +43 512 9003 73600
E-Mail gmi@i-med.ac.at

Nuclear DNA (nDNA) analysis on the human remains of the 43 Mexican students missing resulted in one identification that was reported in December 2014. The remaining 16 specimens did not contain enough intact nDNA to allow for further identifications.
Im Rahmen des Forschungsprojektes „Genetische Analyse einer mittelalterlichen Alpenpopulation“ wurden zunächst Labormethoden etabliert und optimiert, um aus alten Knochenproben verwertbare DNA-Ergebnisse zu gewinnen. So konnten Skelettfunde eines mittelalterlichen Gräberfeldes aus dem 5./6. bzw. 12./13. Jh. erfolgreich molekulargenetisch untersucht werden. Die verbesserten DNA-Methoden wurden in weiteren wissenschaftlichen Kooperationen angewandt und flossen auch in die Bearbeitung internationaler Fälle ein, wie zum Beispiel in die Untersuchungen zu den vermissten mexikanischen Studenten im Herbst 2014.
The Attorney General of Mexico has held a press conference on December 7, 2014: One of the students missing is identified.
DNA tests confirm that human remains found in Leicester, England, belong to King Richard III. With 527 years passing this is the oldest human identification case of a known individual to date. Walther Parson from the Institute of Legal Medicine, Medical University of Innsbruck, has been invited to join the research group as expert in mitochondrial DNA analysis. Mitochondrial DNA is inherited directly from mother to offspring and can therefore be used to test relatedness between individuals that lived many generations apart.
Durch DNA-Analysen konnte geklärt werden, dass es sich bei einem Skelettfund in Leicester, Großbritannien, um die menschlichen Überreste König Richards III handelt. Zwischen dem Tod des Königs und dem Auffinden des Skeletts sind 527 Jahre vergangen. Damit stellt diese Untersuchung die älteste bekannte DNA-Identifikation dar. Walther Parson vom Institut für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck wurde als Experte für die mitochondriale DNA Analyse hinzugezogen, die für die Identifikation eine entscheidende Rolle spielte.
Die neuen Richtlinien zur Analyse der mitochondrialen DNA (mtDNA) wurden unter der Leitung von Walther Parson erarbeitet und im Herbst 2014 publiziert. Der Vorstand der internationalen Gesellschaft für forensische Genetik (ISFG) hatte international renommierte WissenschaftlerInnen beauftragt, die Empfehlungen zur Forschung und Anwendung molekulargenetischer Methoden in der Gerichtsmedizin zu aktualisieren. Walther Parson wurde die federführende Rolle aufgrund seiner umfangreichen Forschungsarbeiten zur mitochondrialen DNA Analyse zugedacht, speziell dem Aufbau und der Betreuung der international beachteten mtDNA Datenbank EMPOP, die weltweit für die statistische Bewertung von mtDNA Daten herangezogen wird.
Im Rahmen des Projekts untersuchen wir die Besiedlungsgeschichte des Tiroler Alpenraums durch den modernen Menschen. Sorgfältig gewählte Abschnitte des Erbguts (DNA) von 3.713 freiwilligen Spendern erlauben einen Blick in die Vergangenheit und ermöglichen im Rahmen einer interdisziplinären Forschung die Spurensuche nach unseren Vorfahren. Die persönlichen Daten der Teilnehmer sind strikt getrennt von den Untersuchungsergebnissen, das heißt, dass eine Rückführung der DNA-Daten auf ein Individuum für Außenstehende nicht möglich ist. Diese Studie wurde der Ethikkommission der Medizinischen Universität Innsbruck vorgelegt und für unbedenklich erklärt.
Thursday, 30th of July 2015