Institut für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck
Vorstellung des Instituts für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck
Das Institut wurde 1894 erstmals als eigenständige Abteilung erwähnt. Es deckt heute das gesamte in Mitteleuropa übliche Spektrum der Gerichtlichen Medizin in Forschung, Lehre und Praxis ab.
1990 wurde die Forensische DNA Abteilung als eine der ersten im deutschsprachigen Raum eingerichtet. Seit 1991 wird die DNA Technologie für spurenkundliche Gerichtsgutachten eingesetzt. In den Folgejahren entwickelte sich der Bereich zum wissenschaftlichen Schwerpunkt.
Das Institut ist als einziges österreichisches Institut in den entscheidenden internationalen Gremien vertreten, was für die Betreuung einer DNA-Datenbank von besonderem Interesse ist, u.a. in:
EDNAP (European DNA Profiling Group): Zusammenschluß der wissenschaftlich führenden DNA-Labors Europas. Ziel: Grundlegende Forschung und Optimierung der DNA-Typisierung für forensisch-spurenkundliche Zwecke.
ENFSI DNA WG (European Network of Forensic Science Institutes, DNA Working Group): Zusammenschluß der in der kriminalistischen Routine führenden DNA-Labors Europas. Ziel: Kriminalistische Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet der DNA Technologie auf die Laborroutine.
STADNAP (Standardization of DNA Profiling Techniques in the European Union): EU-Programm zur Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen für zukünftige europaweite Richtlinien für die kriminalistische Fallarbeit
STOP (Sexual Trafficking of Persons): EU-Programm u.a. zur Erarbeitung der Grundlagen für internationale DNA-Datenbanken zur Verbrechensbekämpfung
EAFS (European Academy of Forensic Sciences): Die EAFS ist der akademische Flügel von ENFSI und berät diese in Forschungs- und Entwicklungsfragen. Zu den Hauptaufgaben des Komitees gehören die Beurteilung der Effektivität von Technologien und deren Bedeutung für die Forschung, die Einschätzung von neuen Methoden und ihre Anwendung in der Forensik, sowie die interdisziplinäre und internationale Forschung und die damit verbundene Akquirierung von Drittmitteln für die Forschung. Walther Parson ist seit 2007 assoziiertes Mitglied.
Interpol DNA MEG (DNA Monitoring Expert Group): Interpol Arbeitsgruppe zur weltweiten Etablierung von Nationalen DNA Datenbanken und zum internationalen Datenabgleich. Der Vorstand des Instituts für Gerichtliche Medizin der Universität Innsbruck, Prof. Dr. Richard Scheithauer, ist Vorsitzender dieser Arbeitsgruppe und Co-Autor der kürzlich erschienen Interpol - Publikation Interpol Handbook on DNA Data Exchange and Practice, Recommendations from the Interpol DNA Monitoring Expert Group, das bis auf einen vertraulichen Abschnitt über Internet verfügbar ist.
Darüber hinaus ist das Institut wissenschaftlich in stark zukunftsorientierten Bereichen wie z.B. der mitochondrialen DNA zur Untersuchung von Haaren und Skelettteilen engagiert und hier von einer EU Arbeitsgruppe mit dem Aufbau der Mitochondrialen DNA Datenbank EMPOP beauftragt. Auch bei Untersuchung Y-Chromosomaler DNA-Eigenschaften und der Anwendung dieser Techniken besonders bei der Untersuchung von Sexualdelikten ist das Institut prominent vertreten.
Die Spitzenstellung des Instituts wird durch die kürzlich erfolgte Reakkreditierung unterstrichen. Es ist das erste Institut im gesamten deutschen Sprachraum in der Forensik, das nach der internationalen Norm ISO EN ÖNORM 17025 akkreditiert ist und die damit verbundene Bezeichnung Prüflabor tragen darf. Die Sachverständigen des Instituts sind bei Gerichten im In- und Ausland tätig.
