o.Univ.Prof. Dr. Richard Scheithauer

Geboren 1954. Studium der Medizin, Facharzt für Gerichtsmedizin. 1989 Aufbau einer DNA-Abteilung am Institut für Rechtsmedizin in Freiburg i.B. (Deutschland). Seit 1994 ist Dr. Richard Scheithauer Direktor des Gerichtsmedizinischen Instituts an der Medizinischen Universität Innsbruck (GMI). Er ist Mitglied und Leiter von entscheidenden nationalen und internationalen Gremien und Arbeitsgruppen, die sich mit dem Aufbau von DNA-Datenbanken, Spurensicherung und Täter- und Opferidentifikation beschäftigen.

Der genetische Fingerabdruck

"DNA-Analysen werden durchgeführt, um mit dem genetischen Fingerabdruck Identitäts- und Verwandtschaftsfragen zu klären. Die DNA-Technologie hat sich zum wissenschaftlichen Schwerpunktbereich des Gerichtsmedizinischen Instituts an der Medizinischen Universität Innsbruck entwickelt. Wir haben uns im DNA-Analysen-Bereich im deutschsprachigen Raum und weit darüber hinaus eine Spitzenstellung erarbeitet", so Dr. Richard Scheithauer.

19.000 Straftaten bearbeitet

Das Institut für Gerichtliche Medizin der Universität Innsbruck ist das Österreichische DNA-Zentrallabor für die Nationale DNA Datenbank des Bundesministeriums für Inneres. Bisher wurden in Innsbruck über 105.000 Mundhöhlenabstriche und über 29.000 Tatortspuren von rund 19.000 Straftaten bearbeitet. Dabei wurden über 8.000 Straftaten geklärt.

"Die Mundhöhlenabstriche werden von der Exekutive im Rahmen der erkennungsdienstlichen Maßnahmen entnommen und direkt an das DNA-Zentrallabor hier in Innsbruck gesandt. Die Österreichische Nationale DNA Datenbank ist die drittgrößte in Europa. Wir unterstützen andere Länder beim Aufbau und bei der Vernetzung dieser Datenbanken", so Richard Scheithauer.

Aufsehenerregende Fälle

In den letzten Jahren haben die ExpertInnen des GMI auch eine zentrale Rolle in mehreren aufsehenerregenden Fällen eingenommen: Nach der Tsunami-Katastrophe 2004 konnten ein Team des GMI sämtliche ausländische Opfer in Sri Lanka erfolgreich DNA-typisieren. Der verunglückte Bruder des Extrembergsteigers Reinhold Messner wurde identifiziert. Der Schädel des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart wurde DNA-typisiert und Schädel des deutschen Nationaldichters Friedrich von Schiller wurden als unecht identifiziert.

"Derzeit haben wir den Auftrag, mit der DNA-Analyse neu gefundene sterblichen Überreste von zwei möglichen Kindern des letzten russischen Zaren zu untersuchen. Das Interesse an den Ergebnissen unserer Arbeit ist auch in diesem Fall enorm", so Dr. Richard Scheithauer.

"Die Gerichtsmedizin erreicht ihre spektakulären Ergebnisse immer nur durch das Zusammenwirken von mehreren Spezialisten und unterstützt von neuesten Forschungsergebnissen und modernster Technik", so Dr. Richard Scheithauer abschließend.

Kontakt

o.Univ.Prof. Dr. Richard Scheithauer
Direktor des Gerichtsmedizinischen Instituts an der Medizinischen Universität Innsbruck (GMI)
Müllerstraße 44
A-6020 Innsbruck

Tel: +43 512 9003 70600
Email: gmi@i-med.ac.at
Web: www.gerichtsmedizin.at

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