Lange Nacht der Forschung 2008

Die Innsbrucker Gerichtsmediziner lösen mit High-Tech-Analyse-Methoden aufsehenerregende historische Rätsel. Der genetische Code von Friedrich von Schiller wurde entschlüsselt. 90 Jahre nach ihrer Ermordung wurden fragliche Gebeinfunde der russischen Zarenfamilie untersucht. Über die Ergebnisse wird in der Langen Nacht der Forschung berichtet.

Bei den Arbeiten zur Dechiffrierung des genetischen Codes von Friedrich von Schiller wurden von einem Team von neun Wissenschaftern und vier technischen Mitarbeitern mehr als 1000 Einzel-DNA-Analysen von Vorfahren, Verwandten und Nachkommen von Schiller durchgeführt, sodass der genetische Code von Schiller eindeutig bestimmt werden konnte.

Auch die mutmaßlichen Schillerschädel ("Fürstengruftschädel") und ein früher Friedrich Schiller zugeschriebener Schädel ("Froriep-Schädel") wurden analysiert. Aufgrund der umfangreichen Analysen wurde jedoch klar, dass keiner der beiden Schädel dem deutschen Nationaldichter Friedrich von Schiller zuzuordnen ist. Jetzt liegen die Gebeine von Goethe alleine in der Weimarer Fürstengruft.

90 Jahre nach ihrer Ermordung wurden auch die Gebeine der russischen Zarenfamilie untersucht. Die siebenköpfige Zarenfamilie und vier Bedienstete wurden im Juli 1918 in Jekaterinburg in Sibirien von Exekutionskommando getötet. 1991 wurden die sterblichen Überreste der Familie des als Nikolaj Alexandrowitsch Romanow geborenen Zaren in einem Grab bei Jekaterinburg gefunden. Zwei der fünf Kinder, darunter der Zarewitsch, haben gefehlt. In der Nähe des Grabes wurden 2007 Überreste von zwei weiteren Personen gefunden.

Parallel zu dem Innsbrucker Team des GMI hat ein zweites Labor, das DNA Labor der US-Armee in Maryland in den USA, an den Analysen der Gebeine der Zarenfamilie gearbeitet. Dabei war es von größter Wichtigkeit, diese Funde mit äußerster Umsicht zu behandeln, denn bereits ein geringer Zweifel bei der Identifikation des Zaren, seiner Gattin und der Zarenkinder würde das Ergebnis generell in Frage stellen und nicht nur in Russland auf Unverständnis stoßen.

Lange Nacht der Forschung 2008

Vortrag "Schillers Schädel und die russische Zarenfamilie – Die Innsbrucker Gerichtsmedizin löst historische Rätsel"

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