Hohe Auszeichnung für Innsbrucker Gerichtsmediziner

Prof. Walther Parson vom Institut für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck wurde mit dem Wissenschaftspreis der International Society for Forensic Genetics (ISFG) ausgezeichnet. Die Ehrung fand im Rahmen des 21. Kongresses der Fachgesellschaft in Ponta Delgada auf den Azoren statt. Den Preis erhielt er für seine wissenschaftlichen Arbeiten in der forensischen Analytik der mitochondrialen DNA (mtDNA).

Der begehrte ISFG-Preis wird alle zwei Jahre für herausragende wissenschaftliche Leistungen im Fach verliehen. „Die ISFG ist mit Vertretern aus 59 Staaten die größte und bedeutendste einschlägige Vereinigung weltweit. Wer moderne DNA-Forschung auf diesem Gebiet betreibt, ist dort Mitglied. Daher kommt dieser Auszeichnung besondere Bedeutung zu“, freut sich Prof. Richard Scheithauer, Direktor des Instituts für Gerichtliche Medizin über die Anerkennung für seinen Mitarbeiter. Walther Parson erhielt im letzten Jahr bereits den Wissenschaftspreis 2004 der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin. Im Vordergrund stand damals der gelungene Schulterschluss zwischen Forensischer Molekularbiologie und Medizinischer Genetik. Den ISFG-Preis erhielt er für seine wissenschaftlichen Arbeiten in der forensischen Analytik der mitochondrialen DNA (mtDNA). Die mtDNA stellt eine bedeutende technologische Nische in der Forensischen Molekularbiologie dar. Die ausschließliche Vererbung über die mütterliche Linie und die extrem hohe Empfindlichkeit der Analytik ermöglichen die Bearbeitung von speziellen Fragestellungen im Bereich der humanen Identifikation. Auch sehr altes, historisches Probenmaterial kann erfolgreich untersucht werden.

Wichtige Aufbauarbeit geleistet

Der gebürtige Innsbrucker Walther Parson studierte an der hiesigen Universität Biologe. Er absolvierte seine gesamte berufliche Laufbahn am Institut für Gerichtliche Medizin, unterbrochen von Studienaufenthalten an führenden Institutionen weltweit. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen unter anderem in der Erarbeitung von Grundlagen der DNA Technologie und deren Anwendung in der Kriminaltechnik (DNA-Typisierung, DNA-Profiling, DNA-Fingerprinting). Das Österreichische DNA-Zentrallabor ist Teil des Instituts für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck, aber DNA-Untersuchungen in der Gerichtsmedizin werden heute nicht nur in Österreich gerne mit dem Namen „Innsbruck“ verbunden. Zu den jüngsten technologischen Entwicklungen am Institut zählt die Etablierung einer speziellen DNA-Untersuchung für Opfer von Massenkatastrophen, die zu international beachteten Resultaten bei der Identifikation der Tsunami-Opfer von Sri Lanka führte. Walther Parson etablierte mit seinem Team ferner innovative Untersuchungsstrategien für die mtDNA-Analytik, die international anerkannt sind und das DNA-Labor am Innsbrucker Institut in die Position eines internationalen mtDNA-Referenzlabors hoben. Mit EMPOP (European Mitochondrial DNA Population Database) unterhält das Institut die qualitativ hochwertigste Referenz-mtDNA-Datenbank für forensische, populationsgenetische und medizinisch-genetische Anwendungen. Damit gehört das Innsbrucker Institut zu den international führenden Zentren für die forensische mtDNA-Analytik, was in zahlreichen wissenschaftlichen Originalarbeiten, Buchbeiträgen und Übersichtsarbeiten dokumentiert ist.

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