Medizinische Universität Innsbruck bietet auch Chancen für Lehrlinge

Medizinische Universität Innsbruck bietet auch Chancen für Lehrlinge

Die Medizinische Universität Innsbruck ist nicht nur die erste Adresse für künftige ÄrztInnen und WissenschaftlerInnen, sie bietet auch für Lehrlinge eine interessante Perspektive. Bisher gab es dafür fünfzehn Lehrstellen in den Bereichen Chemielabortechnik, EDV-Technik, Bürokaufleute und Tierpflege. Nun wurden sieben weitere Lehrstellen geschaffen, um die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen und mehr Jugendlichen die Chance für eine interessante und anerkannte Ausbildung zu geben.

Die Lehre, bei Universitäten meist nur im Zusammenhang mit Studierenden erwähnt, hat im Bereich der Medizinischen Universität Innsbruck auch in der Lehrlingsausbildung eine erfolgreiche Tradition. Monika Viehweider, Vorsitzende des Betriebsrates für das allgemeine Universitätspersonal und gemeinsam mit der neuen Vizerektorin für Personal, Personalentwicklung und Gleichstellung, Univ.-Prof.in Dr. in Margarethe Hochleitner, Initiatorin dieser „Lehrlingsoffensive“ zum Hintergrund der Aktion: „Gerade ein Betrieb im öffentlichen Bereich hat hier eine besondere Verantwortung, Jugendlichen eine Chance zu geben. An der Medizinischen Universität gibt es mit dem Institut für Gerichtliche Medizin einen „Musterlehrbetrieb“, dessen Erfahrungen man nützen kann. Wir wollen künftig zu den bereits vorhandenen fünfzehn Lehrstellen weitere sieben Stellen anbieten. Im Vordergrund steht dabei, dass unsere Lehrlinge umfassend und auf höchstem Niveau ausgebildet werden. Wir werden daher auch drei MitarbeiterInnen die Möglichkeit geben, die Ausbilderprüfung zu machen.“ Monika Viehweider ist überzeugt davon, dass es Sinn macht, den eigenen Nachwuchs auch im Lehrbereich selbst auszubilden und ist sehr zuversichtlich, dass die Lehrlinge nach ihrem Abschluss beste Möglichkeiten haben: „Wir bilden in den Bereichen Chemielabortechnik, Tierpflege, EDV-Technik und Bürokaufleute aus, weil dies Lehrberufe sind, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, sofern es uns nicht ohnehin gelingt, diese MitarbeiterInnen nach Abschluss ihrer Lehre bei uns weiterzubeschäftigen.“ Interessant sind dabei für Monika Viehweider nicht zuletzt AHS- oder BHS-AbbrecherInnen, da diese meist schon älter sind, daher gerade im Bereich der Labortätigkeit mit mehr Verantwortungsbewusstsein agieren und keine gesetzlichen Hürden beim Umgang mit den entsprechenden Substanzen beachten müssen.

Gerichtsmedizin als Vorzeigebetrieb

Eine Vorreiterrolle in der Lehrlingsausbildung an den Innsbrucker Universitäten nimmt das Institut für Gerichtliche Medizin ein, das nun bereits seit 2001 ein vom Land Tirol ausgezeichneter Lehrbetrieb und im Bereich Toxikologie und DNA-Analyse akkreditiertes Prüflabor ist. Hier werden derzeit drei ChemielabortechnikerInnen und ein EDV-Techniker ausgebildet. Mit welcher Qualität dies geschieht zeigt die Tatsache, dass die Chemielabortechnikerin Verena Kuenz bereits zum zweiten Mal und der EDV-Techniker Stefan Troger heuer erstmals eine Begabtenförderung des Landes Tirol erhalten. Am Institut nimmt die Ausbildung einen hohen Stellenwert ein: „Wir haben schon sehr früh auf die eigene Ausbildung gesetzt und diese auch immer wieder aus unseren Drittmitteln finanziert, weil wir so die Qualität unseres Nachwuchses sichern können“, betonen der Ausbildungsleiter an der Gerichtsmedizin, Karl-Heinz Pramstrahler und Institutsdirektor Univ.-Prof. Dr. Richard Scheithauer „Unsere Lehrlinge können an Fortbildungen teilzunehmen und gemeinsam mit einem Berufsschullehrer haben wir ein Lehrlingscoaching für alle Lehrlinge an der Medizinischen Universität und der Leopold-Franzens-Universität ins Leben gerufen, um die Lehrlinge auf höchstem Niveau auszubilden.“ Darüber hinaus bietet die Medizinische Universität auf Initiative von Karl-Heinz Pramstrahler berufsbildergänzende Fortbildungen für alle ChemielabortechnikerInnen in ganz Tirol an, die vom Ausbildungsverbund Tirol (AVT) finanziert werden. Hier erhalten die Lehrlinge im Rahmen von Laborübungen Einblicke in Arbeitsmethoden und –techniken, die sie in der Ausbildung und in der Berufsschule sonst nicht vermittelt bekommen.

Monika Viehweider ist daher sehr zuversichtlich: „Wir haben hier an der Medizinischen Universität nicht nur sehr viel wissenschaftliches Know How, sondern auch beste Beispiele für eine optimale Lehrlingsausbildung. Beides zusammen eröffnet unseren Lehrlingen beste Chancen.“

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