Historische Rätsel

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Schillers Schädel und die Russische Zarenfamilie

“Das Interesse der Öffentlichkeit und der Medien an den Ergebnissen unserer Arbeit ist in diesen Fällen enorm”, so o.Univ.-Prof. Dr. Richard Scheithauer Direktor des Gerichtsmedizinischen Instituts an der Medizinischen Universität Innsbruck.

Schiller

Bei den Arbeiten zur Dechiffrierung des genetischen Codes von Friedrich von Schiller wurden von einem Team von neun Wissenschaftern und vier technischen Mitarbeitern mehr als 1000 Einzel-DNA-Analysen von Vorfahren, Verwandten und Nachkommen von Schiller durchgeführt. “Wir konnten den genetischen Code von Schiller eindeutig bestimmen”, so Dr. Richard Scheithauer.

Auch die mutmaßlichen Schillerschädel (“Fürstengruftschädel”) und ein früher Friedrich Schiller zugeschriebener Schädel (“Froriep-Schädel”) wurden analysiert. “Aufgrund unserer umfangreichen Analysen ist klar, dass keiner der beiden Schädel dem deutschen Nationaldichter Friedrich von Schiller zuzuordnen ist. Jetzt liegen die Gebeine von Goethe alleine in der Weimarer Fürstengruft”, so Dr. Richard Scheithauer.

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Zarenfamilie

Die siebenköpfige Zarenfamilie und vier Bedienstete wurden im Juli 1918 in Jekaterinburg in Sibirien von Exekutionskommando getötet. 1991 wurden die sterblichen Überreste der Familie des als Nikolaj Alexandrowitsch Romanow geborenen Zaren in einem Grab bei Jekaterinburg gefunden. Zwei der fünf Kinder haben gefehlt. Deren Überreste wurden im vergangenen 2007 in der Nähe in einem anderen Grab gefunden wurden.

Neben dem Innsbrucker Team des GMI hat in ein zweites Labor, das Institut der US-Armee in Maryland in den USA, an den Analysen der Gebeine der Zarenfamilie gearbeitet. “Es ist notwendig, diese Funde mit äußerster Vorsicht zu behandeln. Bereits kleine Fehlerwahrscheinlichkeiten bei der Identifikation des Zaren, seiner Gattin und der Kinder führen nicht nur in Russland zu großen Zweifeln und viel Streit. Deshalb sind wir besonders stolz, dass unser Institut mit einer so sensiblen Untersuchung betraut wurde”, so Dr. Richard Scheithauer.