Vernichtungslager Sobibór: molekulargenetische Untersuchungen

Vernichtungslager Sobibór: molekulargenetische Untersuchungen

Archäologen fanden bei Ausgrabungen im ehemaligen Vernichtungslager Sobibór in Polen nicht nur die Grundmauern von Gaskammern, sondern – unerwartet – auch zehn fast vollständig erhaltene menschliche Skelette. In der Annahme, dass es sich um Opfer des frühen kommunistischen Nachkriegsregimes handelte, veranlasste die polnische Staatsanwaltschaft molekulargenetische Untersuchungen zur Identifizierung der unbekannten Skelette.

“Erster genetischer Beweis für Holocaust-Verbrechen in Ostpolen”

Die DNA-Analysen erbrachten jedoch sehr starke Hinweise, dass es sich bei den Opfern um aschkenasische Juden handelte. Bisher ging man davon aus, dass Juden in Sobibór ausschließlich durch Gas ermordet und deren menschliche Überreste vollständig kremiert wurden. Die wissenschaftliche Zeitschrift Genome Biology berichtet darüber in einer interdisziplinären Studie: “Genetic and phylogeographic evidence for Jewish Holocaust victims at the Sobibór death camp”.