DNA-Laborstrategie zur Identifizierung von Katastrophenopfern - Tsunami-Katastrophe: DNA-Typisierung von Opfer-Proben und AM-Datenabgleich betreffend Sri Lanka

Steinlechner,M.; Parson,W.; Rabl,W.; Grubwieser,P.; Scheithauer,R.
Mehr als 400 Proben von 101 Opfern der Tsunami Katastrophe aus Sri Lanka wurden an unser Institut übermittelt. Gesichert wurden diese mittels Abnahmesets, die bereits barcodierte Gefäße und ein Stieltupfersystem enthalten. Pro Opfer sollten zwei Abriebe von inneren Körperregionen, zwei Zähne und ein ca. 4 cm langes Stück Röhrenknochen gesichert und gekühlt transportiert werden. Zuerst wurden die Abstriche im Doppelansatz automatisiert untersucht, wobei hier Ergebnisse schnell (24 Stunden) erhalten werden konnten. Falls dies zu keinem Ergebnis geführt hatte, wurde eine Zahn- und/oder Knochen-Extraktion durchgeführt. In beiden Prozessen wurde das Barcodesystem der Abnahmesets weitergeführt und ermöglichte so einen voll computergestützten Ergebnisdatenrückfluss über Interpol nach Sri Lanka. Die Analysen der Abstriche führten in 42% zum Erfolg, die Analysen der verbliebenen Fälle führten bei Zähnen in 65% und bei Knochen in 94% zum Erfolg. Von allen Opfern wurde ein Profil gewonnen. Die konsolidierte Gesamterfolgsquote betrug somit 100 %. Durch Abgleich der Ergebnisse mit Ante Mortem Vergleichsprofilen mittels DNAVIEW Software in Innsbruck konnten bislang 24 Opfer vermissten Personen aus 9 Ländern identifiziert werden. More than 400 samples related to 101 tsunami victims from Sri Lanka were sent to our laboratory. Barcoded sampling kits were used to collect two swabs from intact inner surfaces, one 4 cm piece of long bone and two teeth, which were all shipped on ice. A high throughput DNA extraction and STR analysis procedure for the swabs were developed in order to provide STR profiles within 24 hours. For the skeletal remains and teeth a highly sensitive DNA extraction procedure was applied. Both processes included electronic accessioning to maintain the numbering system of the DVI team in Sri Lanka and the data exchange via Interpol and PLASS Data Software. Swab profiling was successful in 42% of the cases. For the remaining cases skeletal remains had to be typed and produced useful results in 65% for teeth and in 94% for bone. A sufficient profile was obtained from each victim, so the overall success rate was 100%. Until now DNA matching procedures in Innsbruck facilitated by using DNAVIEW software enabled 24 DNA-based identifications of victims from nine countries.
Rechtsmedizin 2005 15:473-478
Tags: Tsunami
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