Der Friedrich-Schiller-Code

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Am Institut für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck wurde der "Friedrich-Schiller-Code" entziffert. Friedrich Schiller wurden zwei unterschiedliche Schädel zugeschrieben, der so genannte "Fürstengruft-" und der "Froriep-Schädel". Eine DNA-Analyse sollte klären, welcher der beiden echt ist.

Der Friedrich-Schiller-Code

Das Institut für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck unterhält das Österreichische DNA-Zentrallabor des Bundesministeriums für Inneres, welches über die Grenzen hinaus als international renommiertes DNA-Referenzlabor bekannt ist. Dieses Labor ist das erste akkreditierte Prüflabor (ISO 17025) in der deutschsprachigen Gerichtlichen Medizin und führte neben der Kerntätigkeit als molekularbiologisches kriminaltechnisches Labor erfolgreich eine Reihe von prominenten Identifikationsuntersuchungen durch.

Der Friedrich-Schiller-Code

Die Arbeiten zur Dechiffrierung des Friedrich-Schiller-Codes wurden von einem Team von 9 Wissenschaftern und 4 technischen Mitarbeitern in insgesamt ca. 1.100 Einzel-DNA-Analysen durchgeführt.

Der Friedrich-Schiller-Code

Im Rahmen des Projektes "Friedrich-Schiller-Code" wurden modernste Technologien eingesetzt und die folgenden DNA-Systeme untersucht:

Autosomale STRs (=Short Tandem Repeats) werden von beiden Eltern an ihre Kinder vererbt und sind deshalb für die Untersuchung von Vaterschaftsfragestellungen geeignet. Aufgrund der großen Variabilität werden autosomale STRs auch für die humane Identifikation, beispielsweise im Rahmen von kriminalistischen Untersuchungen von Tatortspuren verwendet.

Y-Chromosomale STRs werden von Vätern ausschließlich an die Söhne vererbt. Durch einen Vergleich kann damit eine Verwandtschaft über die männliche Linie überprüft und bei Nichtübereinstimmung mit sehr hoher Sicherheit ausgeschlossen werden.

Die mitochondriale (mt)DNA wird von der Mutter an ihre Kinder beiden Geschlechts vererbt. Durch einen Vergleich kann damit eine Verwandtschaft über die mütterliche Linie überprüft und bei Nichtübereinstimmung mit sehr hoher Sicherheit ausgeschlossen werden.

 

Der Friedrich-Schiller-Code

Das DNA-Identifikations-Labor des amerikanischen Verteidigungsministerium (AFDIL, Rockville, MD) wurde beauftragt, um vergleichende Analysen zu Innsbruck durchzuführen. Alle Ergebnisse der DNA-Analysen aus Innsbruck und Rockville stimmen miteinander überein. Es gab keine Abweichungen in den jeweiligen untersuchten DNA-Bereichen.

Es wurden zwei unterschiedliche Schädel untersucht, der mutmaßliche Schillerschädel ("Fürstengruftschädel") und ein früher Friedrich Schiller zugeschriebener Schädel ("Froriep-Schädel").

Der Froriep-Schädel aus einem Nebenraum der Fürstengruft besitzt ein weibliches DNA-Profil und ist wahrscheinlich Louise von Göchhausen zuzuordnen.

Betrachten wir nun die Ergebnisse des Fürstengruftschädels ("Schillerschädel"), der im Sarkophag beigesetzt war und die Entzifferung des Friedrich-Schiller-Codes.

Der Friedrich-Schiller-Code

Die mtDNA von Friedrich Schillers Schwester Christophine Reinwald und die jener über die weibliche Linie verwandten Personen, die in Möckmühl begraben sind, stimmen vollkommen miteinander überein.

Damit ist der mtDNA-Schiller-Code bekannt.

Die mtDNA des "Fürstengruftschädels" ist dazu aber verschieden und entweder nicht von Friedrich Schiller oder aber die Schwestern und Friedrich Schiller hatten nicht dieselbe Mutter (Theorie des untergeschobenen Kindes).

Der Friedrich-Schiller-Code

Schiller's Söhne Ernst und Karl und dessen Sohn Ernst besitzen dieselbe Y-Chromosomale DNA, womit Friedrich Schiller's Y-Code bekannt ist. Dieser unterscheidet sich von jenem des "Fürstengruftschädels", womit dieser nur mehr von Friedrich Schiller sein könnte, wenn er ein untergeschobenes Kind und nicht der leibliche Vater der beiden Brüder Ernst und Karl war.

Der Friedrich-Schiller-Code

Die Untersuchung der autosomalen STRs ergab zweifelsfrei, dass Charlotte die leibliche Mutter von Ernst und Karl und Christophine Reinwald die Tante der beiden ist. Damit wurden die sterblichen Überreste der beiden Familien über die DNA in ein Verwandschaftsverhältnis gebracht, dass nur bestehen kann, wenn ein direkter männlicher Verwandter von Christophine Reinwald diese DNA in die nächste Generation gebracht hat. Diese Person kann nur Friedrich Schiller gewesen sein, da kein anderer männlicher Verwandter in Frage kommt.

Der Friedrich-Schiller-Code

Der Friedrich-Schiller-Code

Damit ergibt sich schlüssig, dass der "Fürstengruftschädel" nicht von Friedrich Schiller sein kann, da die Y-chromosomalen DNA-Resultate nicht mit den Söhnen übereinstimmen.

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Der Friedrich-Schiller-Code

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